Mama Blog

⏱Die liebe Zeit und ich⏱

So, nun hat aber auch mein Tag nur 24 Stunden. Was jetzt? Möglichst effizient deinen Tag gestalten, sagt mir mein Kopf und schon rattert es los. Multitasking gibt es nicht, das wissen wir. Aber mein Gehirn kann immerhin super schnell zwischen mehreren Tätigkeiten hin und her springen, toll! Das wird ausgenutzt! Während ich diese Zeilen schreibe, höre ich immer wieder, ob der Staubsaugerroboter noch brav seine Runden dreht, um ihn ohne lange Pause wieder in einen neuen Raum zu verfrachten. Das Gemüse bruzzelt langsam in der Pfanne, also gehe ich immer wieder hinüber in die Küche und rühre um. Außerdem habe ich im Hinterkopf, dass die Wäsche in der Waschmaschine fertig ist und noch aufgehängt werden muss. Mit einem Auge schaue ich auf die Uhr, da ich in 15 Minuten die Kinder vom Kindergarten abholen werde…

Mut zur Lücke, sagt mir mein Kopf! Gut, dann mach ich dort Abstriche, wo es mir dann doch nicht so wichtig ist, dass alles 100prozentig perfekt ist. Es wird weniger geputzt, die saubere Wäsche nimmt manchmal die Abkürzung vom Wäscheständer direkt auf den Körper und lässt den Kasten als Zwischenstation aus, ich taue immer wieder auch mal Essen auf, ab und zu gehen wir ins Fast Food Restaurant, die Kids dürfen, pädagogisch wertvoll natürlich, fernsehen und die Hilfe der Schwiegereltern, meiner Mama und meiner lieben Nachbarin wird dankend angenommen… Aber was ist, wenn ich das Gefühl habe schon in einer „Lücke“ zu leben und trotzdem reicht die Zeit nicht aus, um all die Dinge zu tun, die ich gerne tun möchte oder glaube tun zu müssen???

Spare Zeit dort ein, wo sich der geringste Widerstand bietet, sagt mein Kopf. Ok, sage ich schweren Herzens. Also wo noch Zeit abzwacken? Der gemeinsame Abend einmal pro Woche, den sich mein Mann und ich schon vor Ewigkeiten vorgenommen haben, der Abend, an dem wir beieinander sitzen etwas Spielen, uns unterhalten und uns ungeteilte Aufmerksamkeit schenken… kein Fernsehen, kein Handy, kein „wir sind schon todmüde, aber sag noch schnell wie war dein Tag“ – Gespräch. Den könnten wir doch kurzfristig mal ausfallen lassen. Ah, da fällt mir ein, den haben wir eigentlich schon lange nicht mehr gemacht. Hat sich einfach so eingeschlichen, ohne dass wir es großartig bemerkt haben. Manchmal haben wir schon gesagt, ja den gemeinsamen Abend sollten wir echt wieder regelmäßig machen, aber dann sitz ich abends noch am Computer und hole Dinge nach, die ich unter Tags nicht geschafft habe, oder liege schon bei den wieder einmal kranken Kindern im Bett, oder mein Mann muss länger arbeiten, oder, oder, oder,… jetzt geh ich die Kinder aus dem Kindergarten holen (der Staubsauer fährt, das Essen ist Gott sei Dank nicht verbrannt) 😉